Termin
So., 15.11.2026
So., 15.11.2026
17 Uhr
Heinrich-Lades-Halle – Kleiner Saal
ca. 2 Stunden
Tickets ab 20 Euro – je nach Kategorie
Tamar Valkenier:
Was würdest du tun, wenn du alles hinter dir lässt – Karriere, Sicherheit, Komfort – um wirklich frei zu sein?
Mit 28 Jahren traf die gebürtige Niederländerin Tamar eine radikale Entscheidung: Sie tauschte eine vielversprechende berufliche Zukunft gegen ein Leben auf der Straße. Mit einem selbstgebauten Fahrrad aus gebrauchten Teilen, ohne festen Wohnsitz und ohne Einkommen machte sie sich auf eine Reise, die ein Jahr dauern sollte – und bis heute, zehn Jahre später, noch immer andauert. Obwohl sie weit unter der Armutsgrenze lebt, sagt sie von sich: Noch nie habe sie sich reicher gefühlt.
Dieser Vortrag ist mehr als eine Abenteuergeschichte. Er ist eine Einladung, das eigene Leben zu hinterfragen, Mut zu fassen und Freiheit neu zu definieren.
Lass dich von Tamar inspirieren – und begib dich für einen Abend auf eine Reise, die garantiert nachhallt.
Tamar bewegte sich nicht nur auf zwei Rädern durch die Welt. Sie legte tausende Kilometer auf Schlittschuhen, mit Kamelen, Skiern und Pulka, mit einem Esel und zu Fuß zurück – immer auf der Suche nach den entlegensten Orten unseres Planeten. Sie erzählt von der dreimonatigen Durchquerung der neuseeländischen Alpen, bei der sie allein mit einem Gewehr und einer Angelrute unterwegs war, vollständig abhängig von der Natur.
Doch keine Reise prägte sie so sehr wie ihr Weg ins Herz des Altai-Gebirges in der Mongolei. Jenseits von Straßen, Mobilfunkempfang und jeglichem Komfort lebte sie bei den legendären Adlerjägern. Sie lernte reiten, Kamele zu packen und in einer rauen, unbarmherzigen Wildnis zu überleben. Mit ihrem eigenen Pferd, Kamel und Hund brach sie zu einer viermonatigen Reise auf, überquerte reißende Flüsse, den berüchtigten Todespass und wurde mitten im Sommer vom Schnee überrascht.
In ihrem Vortrag erzählt Tamar von Verlust und Vertrauen, von Stürmen, in denen sie ihre Tiere verlor, von Verletzungen, Fehlern – und davon, wie ihr Kamel ihr letztlich das Leben rettete. Sie spricht über eine nomadische Kultur, deren Gastfreundschaft, Humor und Menschlichkeit sie tief berührt haben.
Heute kehrt Tamar regelmäßig ins Altai-Gebirge zurück. Sie wurde Teil einer Adlerjägerfamilie, gewann nach jahrelangem Training 2022 den ersten Preis bei einem lokalen Adlerfest, gründete eine NGO zur Unterstützung notleidender Nomaden und schrieb das Buch „Die Vollzeit Abenteurerin“. Und als Krönung organisierten die Nomaden für sie und ihren Mann eine traditionelle kasachische Hochzeit.
Die in den Niederlanden geborene Tamar Valkenier (1986) wurde im Alter von 28 Jahren pensioniert. Im Jahr 2015 gab sie ihre vielversprechende Karriere als Kriminalpsychologin bei der niederländischen Nationalpolizei auf. Obwohl es ihr Traumberuf war, verspürte sie einen überwältigenden Drang, sich Zeit zu nehmen, um zu sehen, was das Leben sonst noch zu bieten hat. Als sie einmal angefangen hatte, stürzte sie von einem Abenteuer ins nächste. Fasziniert von traditionellen Lebensweisen besuchte sie die Rentierzüchter in der sibirischen Taiga, die Massai in Kenia und trainierte Überlebenstechniken mit den Ureinwohnern in den kanadischen Rocky Mountains. Sie verbrachte Wintersaisons mit Skitouren und Schlittschuhlaufen in Schwedisch-Lappland, durchquerte Island zu Fuß, lebte von der Natur in Neuseeland und kehrt regelmäßig zu den Adlerjägern in der Mongolei zurück. Tamar ist ein wild gewordenes Stadtmädchen. So hartnäckig und fähig sie auch sein mag, sie ist immer noch ein „Daddy’s Girl“, und so rau die Abenteuer auch sein mögen, sie wird immer wieder innehalten, um eine Wildblume zu riechen.
Tamar lebt ein bescheidenes Leben, ohne den Wunsch oder die Notwendigkeit nach einem nennenswerten Einkommen. Sie sagt oft, dass sie unter der Armutsgrenze lebt, aber fühlt sich reicher als je zuvor.

Mischn imPOSSIBLE